
Am 11. August war es so weit: Ich habe im Glaspavillon Ratingen zum ersten Mal öffentlich einen meiner eigenen Texte gelesen.
Und was soll ich sagen?
Ich glaube, ich habe Blut geleckt.
Vor der Lesung war ich vor allem gespannt. Schließlich ist es noch einmal etwas völlig anderes, einen Text zu schreiben, ihn in der Schreibwerkstatt vorzulesen oder damit tatsächlich vor Publikum zu stehen. Plötzlich sitzen dort Menschen, die die Geschichte nicht kennen. Die Figuren nicht kennen. Die mich nicht kennen. Und die unmittelbar darauf reagieren, was man ihnen erzählt.
Gemeinsam mit anderen Autorinnen und Autoren aus unserer Schreibwerkstatt durfte ich an diesem Abend unter dem Motto „Nächstenliebe“ eine meiner Kurzgeschichten präsentieren. Der ultimative Sieg, die Fortsetzung von Mesha, hat hier einfach perfekt gepasst.
Dabei habe ich ziemlich schnell gemerkt: Einfach nur vorlesen ist offenbar nicht mein Ding.
Ich möchte meine Figuren spielen.
Mit unterschiedlichen Stimmen, Pausen, Blicken und all den kleinen Nuancen, die beim Schreiben zwar zwischen den Zeilen stecken, beim Vorlesen aber plötzlich hör- und sichtbar werden können.
Und genau das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht.
Umso schöner war das Feedback nach der Lesung. Besonders hängen geblieben ist bei mir die Rückmeldung, dass ich den Text eben nicht „nur“ vorgelesen, sondern gespielt hätte – und genau das unbedingt weitermachen sollte.
Das habe ich vor.
Denn während ich vor meiner ersten öffentlichen Lesung noch nicht so recht wusste, wie es sich anfühlen würde, mit meinen eigenen Geschichten vor Publikum zu stehen, weiß ich jetzt ziemlich sicher: Davon möchte ich mehr (unbedingt!)
Spoileralarm: die nächste Gelegenheit steht bereits fest
Unter den Gästen in Ratingen war auch Markus vom Bücherclub Bücher & Biskuits in Velbert. Wir kannten uns bereits über Social Media und hatten vorher schon einmal darüber gesprochen, ob ich auch dort lesen könnte.
Nach dem Abend in Ratingen mussten wir darüber nicht mehr lange diskutieren.
Also haben wir direkt Nägel mit Köpfen gemacht:
Am 17. November 2026 lese ich bei Bücher & Biskuits in Velbert.
Mehr Informationen dazu folgen natürlich noch, sobald der Termin näher rückt.
Bis dahin möchte ich aber nicht nur weiterschreiben und Projekt PT an meine Testlesenden schicken, sondern mich auch intensiver mit dem Vorlesen und Sprechen beschäftigen. Die Lesung hat mir gezeigt, dass Geschichten für mich nicht ausschließlich auf dem Papier stattfinden müssen.
Vielleicht werden meine Worte also künftig ein bisschen häufiger nicht nur zu Welten, sondern auch zu Stimmen.
Ich hätte jedenfalls ziemlich große Lust darauf.
Eure
Emma
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Schreibwerkstatt in Ratingen
Geleitet wird die Gruppe von Sabine Riedel und egal ob Kurzgeschichte oder Roman: In der Schreibwerkstatt knüpfen wir Kontakte mit Gleichgesinnten, die das Schreiben lieben.



